Was ist ein Homelift oder Mini Aufzug?

Ein Homelift ist ein kleiner Personenaufzug, also ein kompakter Aufzug, der speziell für den privaten Bereich entwickelt wurde. Er verbindet Etagen senkrecht – nicht entlang der Treppe, sondern durch die Decke hindurch – und viele Modelle lassen sich auch ohne aufwendigen Schacht nachträglich einbauen, oft sogar ohne Schachtgrube oder Maschinenraum. Das unterscheidet ihn grundlegend von klassischen Personenaufzügen in Wohngebäuden, die deutlich mehr Platz und Bauaufwand erfordern.

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Kleiner Personenaufzug für Haus oder Wohnung (kein Gewerbeaufzug)
  • Bewegung senkrecht durch die Decke – kein Fahren entlang der Treppe
  • Grundfläche: maximal 1,3 m² bei kompakten Modellen
  • Fahrgeschwindigkeit: maximal 0,15 m/s – bewusst langsam für mehr Sicherheit
  • Traglast: 100 bis 600 kg, je nach Modell und Ausstattung
  • Kein separater Maschinenraum notwendig
  • Kein klassischer Aufzugsschacht oder tiefe Grube erforderlich (je nach Modell)
  • Antrieb: Spindelantrieb oder Hydraulik – leise, wartungsarm, zuverlässig
  • Unterschied zum Treppenlift: Der Treppenlift fährt an der Treppe entlang. Der Homelift durchbricht die Decke und schafft eine eigene Verbindung zwischen den Etagen.

Für wen ist ein Homelift geeignet?

Die ehrliche Antwort: für mehr Menschen, als viele vermuten. Ein Homelift ist keine Speziallösung nur für schwer pflegebedürftige Personen. Er ist eine sinnvolle Investition für alle, die dauerhaft in einem Haus mit mehreren Etagen leben – und dabei Komfort, Sicherheit und Mobilität langfristig erhalten wollen, in den eigenen vier Wänden.

Ein Homelift ist geeignet für:

  • Senioren ab etwa 65–70 Jahren, die Treppen zunehmend als körperliche Belastung erleben – bei Knieproblemen, Herzerkrankungen, Schwindel oder eingeschränkter Mobilität
  • Menschen mit anerkanntem Pflegegrad 1 bis 5, die über §40 SGB XI einen Zuschuss von bis zu 4.180 € beantragen können
  • Rollstuhlfahrer, wenn das gewählte Modell rollstuhlgerechte Kabinengröße, schwellenlose Einfahrt und passende Bedienelemente bietet
  • Angehörige von pflegebedürftigen Personen, die täglich beim Transport zwischen Etagen unterstützen und dabei selbst entlastet werden wollen
  • Personen mit temporären Einschränkungen nach Operationen, Unfällen oder längerer Krankheit
  • Eigenheimbesitzer, die ihren Immobilienwert steigern und das Haus barrierefrei und zukunftssicher machen wollen
  • Familien, die schwere Gegenstände, einen Kinderwagen oder Einkäufe regelmäßig durch mehrere Etagen transportieren

Welche baulichen Voraussetzungen müssen für einen Homelift erfüllt sein?

Moderne Homelifte bedienen in privaten Wohnhäusern meist maximal zwei Stockwerke. Was jedoch überall gilt: Ein seriöser Fachbetrieb macht kein verbindliches Angebot ohne Vor-Ort-Aufmaß. Dieser Schritt ist nicht verhandelbar.

Die gute Nachricht: Viele moderne Homelifte benötigen deutlich weniger baulichen Aufwand als erwartet. Kein tiefer Schacht, kein extra Maschinenraum – in vielen Fällen reichen geringfügige Anpassungen, und auch eine Nachrüstung ist in vielen Bestandsgebäuden möglich.

Typische bauliche Voraussetzungen im Überblick:

  • Grundfläche: Mindestens ca. 0,7 × 0,9 m für kompakte Modelle – rollstuhlgerechte Kabinen brauchen mindestens 1,1 × 1,4 m
  • Fester, ebener Untergrund: Für die Installation eines Hublifts ist ein stabiler, ebener Boden erforderlich
  • Deckenhöhe: Ausreichende Raumhöhe in allen betroffenen Stockwerken, in der Regel mindestens 2,05 m lichte Höhe in der Kabine
  • Tragende Konstruktion: Eine statische Prüfung ist Pflicht – Boden und Decke müssen die Lasten des Systems dauerhaft tragen, wobei die jeweilige Wohnsituation den Planungsaufwand beeinflusst
  • Deckendurchbruch: Der Lift muss durch die Decke geführt werden – ob das baulich möglich ist, klärt der Fachbetrieb vor Ort
  • Stromanschluss: Ein normaler 230-V-Haushaltsanschluss reicht für die meisten Homelifte aus
  • Kein eigener Schacht notwendig (je nach Modell): Freistehende Homelifte kommen mit integrierter Schachtkonstruktion und müssen nicht aufwendig zwischen bestehenden Wänden gemauert werden – ein herkömmlicher Aufzugschacht ist dabei in vielen Fällen nicht erforderlich
Die Anzahl der Ebenen pro Stockwerk beeinflusst den Planungsaufwand und die technische Ausführung.